Dr. Thomas Keilen Kommutative Algebra
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Prüfungstermine:

09.03.2004 23.03.2004 22.04.2004
09:00 Henrik Strohmayer 09:00 Oleksandr Manzyuk 13:00 Nadine Cremer (nur AG)
09:20 Manuel Marin Sanchez 09:30 Oleksandr Motsak 13:30 Christian Eder (nur AG)
09:40 Thorsten Horberth 10:00 Oleksandr Iena 14:00 Johannes Rau (nur AG)
10:10 Christian Eder 10:30 Eckhard Hollborn 14:30 Alexander Manzyuk (nur AG)
10:30 Johannes Rau 11:10 Nadine Cremer
11:40 Gergana Tosheva

Termine:

Vorlesung: Mo 11:45-13:15, Rm 48-438
Übungen: Di 08:15-09:45, Rm 32-439

Literatur:

Michael F. Atiyah, Ian G. MacDonald Introduction to Commutative Algebra, Addison Wesley.
Hideyuki Matsumura, Commutative Ring Theory, CUP.
Hideyuki Matsumura, Commutative Algebra.
David Eisenbud, Commutative Algebra with a View towards Algebraic Geometry.
Gert-Martin Greuel und Gerhard Pfister, A Singular Introduction to Commutative Algebra.
Theo De Jong und Gerhard Pfister, Local Analytic Geometry.

Aufgaben:

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Inhalt:

Eine natürliche Verallgemeinerung des Begriffs des Vektorraumes über einem Körper ist der des Moduls über einem (kommutativen) Ring (z.B. jede abelsche Gruppe ist ein Modul über dem Ring der ganzen Zahlen). Dabei verzichten wir lediglich darauf, daß die Skalare multiplikative Inverse besitzen - die Auswirkungen sind jedoch "verheerend": ein Modul besitzt im allgemeinen keine Basis mehr und wir verlieren den Begriff der "Dimension". Lineare Algebra wurde in den ersten Semestern als Theorie der endlich-dimensionalen Vektorräume gelehrt, und vieles hing davon ab, daß die betrachteten Vektorräume "endliche Dimension" hatten. Wir werden in der Vorlesung einige "Endlichkeitsbedingungen" kennen lernen, die den Begriff der endlichen Dimension verallgemeinern und ersetzen (endlich erzeugt, noethersch, artinsch, endliche Länge).

Der Verzicht auf multiplikative Inverse führt aber auch zu einer reicheren Struktur bei den Ringen selbst. Betrachtet man einen Körper als Vektorraum über sich selbst, das heißt man betrachtet die Elemente als Vektoren der Länge eins, so hat er nur zwei Unterräume. Faßt man einen Ring hingegen als Modul über sich selbst auf, so hat er in aller Regel sehr viele "Untermoduln", die für gewöhnlich Ideale genannt werden. Gewissen (Klassen) dieser Ideale kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Die Vorlesung wird ein besonderes Augenmerk auf maximale Ideale, Primideale und Primärideale legen (Primärzerlegung, Nilradikal, Jacobsen Radikal). Diese können mit den Punkten geometrischer Objekte identifiziert werden und führen so zu einer faszinierenden Wechselbeziehung zwischen Geometrie und Algebra, die Gegenstand der algebraischen Geometrie ist.

Wann immer man eine Struktur betrachtet (z.B. Gruppen, Vektorräume, topologische Räume) betrachet man auch strukturerhaltende Abbildungen (z.B. Gruppenhomomorphismen, lineare Abbildungen, stetige Abbildungen). In der Algebra nennt man diese für gewöhnlich "Homomorphismen". Körperhomomorphismen sind sehr restriktiv. Sobald sie nicht alles auf die Null abbilden, sind sie bereits injektiv. Dies ist bei Ringhomomorphismen nicht mehr der Fall. Auch hier erlauben Ringe wieder eine größere Vielfalt, die wir in Auszügen in der Vorlesung betrachten werden. (ganze Ringerweiterungen, Noether-Normalisierung, going-up, going-down)

Und schließlich ist da noch der Begriff der Lokalisierung, bei dem es sich schlicht um das Konzept der Brüche handelt. So wie man in der Schule die rationalen Zahlen als Brüche ganzer Zahlen einführt (wobei man die Kürzungsregeln beachten muß), um das Fehlen von multiplikativen Inversen im Ring der ganzen Zahlen zu beheben (auch wenn das kein Lehrer so sagen würde), so kann man (unter guten Voraussetzungen) auch in anderen Ringen Brüche zulassen und erhält interessante neue Strukturen. (Quotientenringe, lokale Ringe, Nakayama Lemma)

Universität KaiserslauternFachbereich MathematikArbeitsgruppe Algebraische Geometrie