AG Optimierung

Health: Facility Location, Covering and Transport

Das Forschungsprojekt HealthFaCT wird durch das BMBF vom 01. Dezember 2016 bis zum 31. Mai 2020 gefördert. 

Beschreibung

Übergeordnetes Ziel des Verbundvorhabens HealthFaCT ist die Entwicklung eines innovativen softwaregestützten Optimierungs- und Entscheidungssystems zur Verbesserung für drei wesentliche Säulen der ambulanten medizinischen Versorgung,  für Apotheken, für Notärzte, sowie für den Kranken- und Rettungstransport. Der Fokus liegt auf dem ländlichen Raum.  Hier können mathematische Methoden einen Beitrag leisten, der nicht von politischer Argumentation, sondern von datengestützten Fakten und objektiven Berechnungen getragen ist.

HealthFaCT-Corona

Aufgrund der aktuellen Pandemie Situation wurde HealthFaCT um das Verlängerungsprojekt HealthFaCT-Cor aufgestockt. Dieses wird vom 01. Juni 2020 bis 30. November 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es auf den Ergebnissen von HealthFaCT aufzubauen und dadurch mit Hilfe mathematischer Optimierung einen Beitrag zur Bewältigung der derzeitigen Pandemiesituation zu leisten.

Die ambulante Versorgung ist wesentlicher Bestandteil unseres Gesundheitssystems. Dieses System steht vor großen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die demographische Entwicklung, die Zentralisierung medizinischer Einrichtungen inSpezialzentren, sowie knapper werdender Ressourcen und ansteigenden Kosten. Im ländlichen Raum sind diese Entwicklungen schon jetzt massiv spürbar. Gerade kleine, peripher gelegene Dörfer und Streusiedlungen sind so stark von Bevölkerungsrückgängen betroffen, dass die derzeitigen Infrastruktur nicht mehr tragfähig ist.

Ein auch in der Zukunft funktionierendes Versorgungssystem ist die Grundlage einer hohen Lebensqualität und die Entwicklung eines solchen von hoher gesellschaftlicher Relevanz. In diesem Projekt sollen entscheidungsunterstützende Systeme zur Verbesserung der ambulanten medizinischen Versorgung des ländlichen Raums entwickelt, angewandt und evaluiert werden. Dabei darf die hohe Unsicherheit des medizinischen Versorgungssystems durch die demographische Entwicklung, stark variierende Nachfragen oder plötzliche Notfalleinsätze nicht vernachlässigt werden. Bei den Kranken- und Rettungstransporten sind zudem Echtzeitanforderungen ohne Wissen über zukünftige Anfragen bei der Planung der Einsätze von Nöten. Die Evaluierung der entwickelten Methoden und Algorithmen erreichen wir mit der Entwicklung einer komplexen Simulationsumgebung, mit der der Ist-Zustand aber auch zukünftige Szenarien abgebildet werden können. Der Einsatz der hier entwickelten Löungsmethoden kann dann mit Hilfe dieses Systems in Bezug auf Kosten und Nutzen evaluiert werden, beispielsweise um politische Entscheidungen besser treffen zu können.

Das Verbundprojekt HealthFaCT besteht aus vier Teilprojekten:

  • Teilprojekt 1: "Optimale Arzneimittelversorgung"
  • Teilprojekt 2: "Optimierung der Standortstrukturen im Notarztdienst"
  • Teilprojekt 3: "Minimierung der Wartezeiten im Kranken- und Rettungsdienst"
  • Teilprojekt 4: "Datenanalyse und Simulationsumgebung"

Praxispartner sind:

Das HealthFaCT Team kooperiert ebenso mit IBOSS.

Hintergrund und Ziele

In diesem Projekt werden für drei Bereiche der ambulanten medizinischen Versorgungen Beiträge zur Bewältigung der Pandemie geleistet. Zum einen soll die Notdienstplanung der Apotheken erweitert werden, sodass möglichst wenige Apotheken geöffnet sind und die Bevölkerung dennoch weiter gut versorgt ist.
Weiterhin sollen unter Fairness- und Dringlichkeitsaspekten Standorte für Impfzentren geplant werden. Als letzter Bereich wird der Krankentransport infizierter Patienten zwischen Krankenhäusern betrachtet, um das Infektionsrisiko gering zu halten und gleichzeitig überfüllte Krankenhäuser zu entlasten.

Teilprojekte

  • TP 1-Cor - Angepasste Öffnungszeiten der Apotheken unter Sicherstellung eines hohen Versorgungsgrads (RWTH Aachen)
  • TP 2-Cor - Standortplanung für Corona-Impfzentren und Verteilung der Impfstoffe nach Dringlichkeit und Fairnessaspekten (TU Kaiserslautern)
  • TP 3-Cor - Krankentransport von infizierten und nicht infizierten Patienten in geeignete Krankenhäuser (FAU Erlangen-Nürnberg)
  • TP 4-Cor - Simulationsumgebung zur Darstellung der Ergebnisse auf TP 1-Cor bis TP 3-Cor (ITWM Kaiserslautern)

Anwendungspartner

Zusätzlich zu den bereits aufgeführten Anwendungspartnern ist nun auch die Westpfalz Klinikum GmbH am Projekt beteiligt.

Förderung

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