AG Optimierung

Organized Pedestrian Movement in Public Spaces

Das französisch-deutsche Forschungsprojekt OPMoPS wird durch das BMBF und ANR vom 01. September 2017 bis zum 31. August 2020 gefördert. 

Motivation

Organisierte Umzüge von Gruppen mit hohem Konfliktpotential oder politische Demonstrationsmärsche stellen eine potentielle Bedrohung für die urbane Sicherheit dar, da die diametral entgegengesetzten Meinungen und Interessen der Teilnehmer und Gegner möglicherweise in Gewalt oder gar in terroristische Angriffe ausarten können. Die Fußgängerbewegung bei organisierten Umzügen oder Demonstrationsmärschen (im Folgenden mit OUD abgekürzt)  durch große Teile der Stadt, und die daraus resultierende Raum- und Zeitdynamik, macht es den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (im Folgenden abgekürzt durch BOS) oft schwer, die Sicherheit solcher urbanen Veranstaltungen zu garantieren, ohne dabei eines der wichtigsten Merkmale einer freien Gesellschaft zu gefährden.

Im Rahmen dieses Antrags arbeiten Partner, welche die BOS vertreten (Polizei und Industrie) mit Forschern akademischer Einrichtungen zusammen, um ein Entscheidungsunterstützungssystem (im Folgenden abgekürzt durch DSS)  aufzubauen, das sowohl in der Vorbereitungsphase, als auch im Krisenmanagement von OUD eingesetzt werden kann. Der Aufbau des DSS baut auf den Anforderungen der BOS auf, aber ebenso auf Forschungsergebnisse bzgl. des sozialen Verhaltens von Teilnehmern und Gegnern. Letzteres, und die Bewertung rechtlicher und ethischer Aspekte in Bezug auf die vorgeschlagenen technischen Lösungen, sind ein wichtiger Bestandteil der geplanten Forschung. 

Die Ergebnisse des OPMoPS Forscherkonsortiums werden sowohl in die Planungsphase, als auch in das Krisenmanagement von OUD eingehen. Die Vor- und Nachteile von verschiedenen Routen für eine OUD durch die Stadt werden basierend auf einer multi-kriteriellen Analyse der Situation dargestellt. Die unterschiedlichen Kriterien ergeben sich aus den Erfahrungen der teilnehmenden BOS, werden aber auch von den verschiedenen soziologischen Studien zu individuellen, organisatorischen und räumlichen Faktoren abhängen, welche im Rahmen von OPMOPS untersucht werden. Die An- und Abreise zu der OUD erfordert, je nach Größe des OUD, spezielle öffentliche Verkehrsmittel. Die Details eines solchen Transportsystems werden ausgearbeitet werden. Der Nutzen von stationären und mobilen Kameras bei der Durchführung des OUD wird durch Anwendung von Optimierungsmethoden untersucht. Hierbei werden sowohl die technische Machbarkeit und Optimalität, aber auch die daraus resultierenden rechtlichen und ethischen Konsequenzen berücksichtigt. Die Positionierung und die Einsatzplanung des Sicherheitspersonals während des OUD wird modelliert und mit den teilnehmenden Einheiten der Polizei evaluiert. In Kombination mit Simulationsmethoden und deren Visualisierung kann auf diese Weise eine Vielzahl von realistischen Katastrophenszenarien für eine gegebene OUD generiert werden.  Bei der Simulation wird ein besonderer Schwerpunkt auf die Modellierung des Sozialverhaltens von Teilnehmern und Gegnern gelegt werden. Die BOS können diese Szenarien im Voraus zur Vorbereitung auf eine OUD nutzen oder im Krisenmanagement durch Anwendung einer neu zu untersuchenden Nachbarschaftsanalyse reagieren.

Die Forschung bzgl. des sozialen Umfeldes und den rechtlichen Aspekten des DSS werden kontinuierlich während des Projekts untersucht.

Das Hauptergebnis des Projekts OPMoPS ist ein Entscheidungsunterstützungssystems, das auf mathematischer, informatischer, soziologischer und juristischer Forschung beruht. Es wird den BOS helfen, sich auf OUD vorzubereiten, diese zu begleiten, riskante Situation zu erkennen und schnell und sicher auf mögliche Bedrohungen von einzelnen Personen oder der gesamten zivilen Sicherheit einer Stadt zu reagieren. Die Bedeutung des Werkzeugs mit Blick auf die rechtlichen und ethischen Konsequenzen wird untersucht. Die Einbindung von Partnern aus der Industrie stellt sicher, dass nach einem vertretbaren zusätzlicher Zeit- und Geldeinsatz im Anschluss an die Förderungsperiode der Demonstrator in einer industriellen Umgebung eingesetzt werden kann.

Förderung

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